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1848er Programm online

August 15th, 2014

Playliste

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diesseits

November 9th, 2011

schwalben fliegen

vorbei. knapp

unterm türsturz.

finden ausgänge

pfeilschnell. ohne

zu zögern. im flug.

die wände könnten

einstürzen. jetzt.

aber immer noch

wären ausgänge

in die luft gemeißelt.

die raben auf dem

kirschbaum lachen.

sie wissen, dass auch

wände wandern. heute

hier. morgen dort.

häuser blühen auf.

diesseits der

trauersee.

September 4th, 2009

gestern fand ich am hang

die bereits vor der zeit zu stein gewordene puppe

eines tagträumenden schmetterlings.

habe die rillen der sandsteinhaut gezählt und vermessen,

die fugen des mauerwerks bewundert

und stellte das werk aufrecht auf einen flachen altarstein.

ging weiter.

auf dem rückweg fand ich alles zertrümmert

und heftig beiseite gefegt.

mir wurde klar, dass dieser schmetterling trotz des großen außendrucks,

den er träumend erzeugt hatte,

am kieseligen kleben geblieben war,

schmerzlich in zahlreiche hälften zerrissen.

als ich zuhause meine alte schmetterlingssammlung aus der schublade kramte,

fiel mir auf, dass keine der puppenhüllen der anderen glich.

eine jede erzählte eine andere geschichte,

verschob die einzelnen rillen, stemmte sie mutig nach oben, zerrte gewaltsam nach unten,

klemmte lücken in nur scheinbar gerade bahnen.

endlich war jede panzerung die in sand gegossene geste

eines einzigen schmetterlings.

selbst wo das schmerzende noch zu spüren war, das schneller als der kiesel zu staub zerfiel,

konnte ich klar sehen,

dass dem ausgießen eine flugbewegung entgegenstrebte,

und sei es auch nur jenseits der allerletzten feinsten spur im sand.

die flugbewegung konnte allerdings erst

des nachts beginnen,

immer jenseits auf die andere seite.

September 1st, 2009

das leise lachen der provinz

auf der dampflok reiten die stadtgötter durchs gras,

mal lärmend, mal blasiert, mal hohlwangig, mal leichter als feenstaub,

aber immer im zentrum des geschehens.

zwerge, ameisen, hasen, finken und gauchos treten zur seite,

machen platz, wollen nicht überrollt werden,

wissen um die stählerne macht

aus den künstlichen vulkanen der drachenwelt.

ihre kraft ist leise, prägt sich nicht ein, verschwindet

in den dämmerungen,

schleift am hügelrand entlang, lässt andere teilhaben,

nie alle, immer andere,

begeistert sich plötzlich an einem geräusch,

nimmt kaum gestalt an,

fließt.

nach erstem, dann wiederholtem erstaunen lacht die provinz unhörbar

und verfolgt die feuerdrachen mit den augen.

deren ins gras eingebrannte

spuren der schwärze

überwachsen mit der zeit vom rand her.

die wirkliche wildnis liegt im zentrum, rast durch das gras

in die hohen berge

und ans ufer der weiten meere,

sich zu spiegeln

im rausch.

die zivilisation steht schweigend am rand und schaut zu.

hinter ihr schlafen die riesen, seit sie beschlossen haben,

die erde nur noch beim niesen zu erschüttern.

selbst das warten haben sie an die bäume delegiert

und hüten die zeit

unwissend.

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