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gestern fand ich am hang

die bereits vor der zeit zu stein gewordene puppe

eines tagträumenden schmetterlings.

habe die rillen der sandsteinhaut gezählt und vermessen,

die fugen des mauerwerks bewundert

und stellte das werk aufrecht auf einen flachen altarstein.

ging weiter.

auf dem rückweg fand ich alles zertrümmert

und heftig beiseite gefegt.

mir wurde klar, dass dieser schmetterling trotz des großen außendrucks,

den er träumend erzeugt hatte,

am kieseligen kleben geblieben war,

schmerzlich in zahlreiche hälften zerrissen.

als ich zuhause meine alte schmetterlingssammlung aus der schublade kramte,

fiel mir auf, dass keine der puppenhüllen der anderen glich.

eine jede erzählte eine andere geschichte,

verschob die einzelnen rillen, stemmte sie mutig nach oben, zerrte gewaltsam nach unten,

klemmte lücken in nur scheinbar gerade bahnen.

endlich war jede panzerung die in sand gegossene geste

eines einzigen schmetterlings.

selbst wo das schmerzende noch zu spüren war, das schneller als der kiesel zu staub zerfiel,

konnte ich klar sehen,

dass dem ausgießen eine flugbewegung entgegenstrebte,

und sei es auch nur jenseits der allerletzten feinsten spur im sand.

die flugbewegung konnte allerdings erst

des nachts beginnen,

immer jenseits auf die andere seite.

One Response to “”

  1. Karin Drda-Kühn
    September 18th, 2011 16:27
    1

    Bitte weiter Texte einstellen!

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